„Grundlagen des Schnittes von hochstämmigen Obstbäumen“

„Pflanzung und Pflege von Jungbäumen im
Streuobstbau“


 „Pflegeanleitung für junge Hochstamm-Obstbäume
in Stichworten“ 

Pflanzenbau
Kein Merkmal von Streuobstbäumen ist die naturgemäße Krone. Sie ist gekennzeichnet durch einen pyramidalen Aufbau von Leittrieb sowie den Ästen erster und Äste zweiter Ordnung, an denen sich Zweige und Fruchtholz bilden. Um ein leistungsfähiges Astgerüst zu erhalten, ist in den ersten 5-10 Jahren, bis zum Ertrag des Baumes, ein Erziehungsschnitt durchzuführen.

Nach der Anzucht in der Baumschule erhielten die Bäume des Sortengartens zur Pflanzung im Herbst 2000 einen Pflanzschnitt.

Der erste Erziehungsschnitt wurde im März 2002 durchgeführt. Aufgrund der starken Kronenschäden, die im Vorjahr durch Krähen verursacht worden waren, war ein starker Rückschnitt erforderlich. Auf den kräftigen Rückschnitt folgte ein starker Austrieb. Zur Förderung und Stabilisierung der Leittriebe wurden diese gestäbt, zu steil stehende Äste wurden abgespreizt. Der Erziehungsschnitt im Winter wird jährlich durchgeführt.

Schnittregeln
- das Grundgerüst der Krone bilden neben dem Leitrieb 3 - 4 Äste erster Ordnung, die auf gleicher Höhe enden sollen (Saftwaage)
- der Leittrieb soll die Seitentriebe um ca. 15 cm überragen
- die Seitenäste müssen gleichmäßig verteilt sein (Aststreuung)
- endständige Knospen müssen nach außen gerichtet sein
- Zwiesel, Konkurrenztriebe und ins Kroneninnere wachsende Triebe müssen entfernt werden
- zu steil wachsende Triebe, die dennoch zum Kronenaufbau benötigt werden, können im Sommer abgespreizt werden

Pflanzung

Düngung
Bei der Pflanzung wurde eine Startdüngung mit organisch-mineralischem Langzeitdünger im Wurzelbereich gegeben. Ab 2002 wurde jährlich gedüngt, immer im Frühjahr. 2002 wurde mit Kuhmist gedüngt, in den beiden anderen Jahren mit mineralischem Dünger. Kuhmist ist als langsam fließende Nährstoffquelle und wegen seiner guten Wirkung auf die Bodenbeschaffenheit allerdings der Düngiung mit Mineraldünger vorzuziehen. Achtung Mist ist nicht gleich Mist. Falls Sie Pferdemist zur Düngung verwenden wollen, sollte der auf jeden Fall gut abgelagert sein.