Mauselöcher
Mauseschaden
Überbrückungsveredlung
Pflanzenschutz
Krähenschaden
Düngung mit Mist

Wachstum und Pflege
 

Auf dieser Seite finden Sie die Pflegemaßnahmen, die an den Jungbäumen im Streuobst-Landessortengarten Ellern seit der Pflanzung im Jahr 2000 durchgeführt wurden. Sie können lesen, welche Probleme uns entgegentraten und wie wir versuchten, sie zu lösen. Alle Maßnahmen beziehen sich konkret auf den Sortengarten und gelten nicht generell für andere Streuobstflächen. Allgemeine Hinweise zur Anlage und Pflege von Streuobst Neuanlagen finden Sie unter Pflege von Jungbäumen

2000

Pflanzung
Im Dezember 2000 wu
rde gepflanzt. Alle Pflegemaßnahmen entsprachen der bei einer Pflanzung üblichen Vorgehensweise:

Wurzelschnitt: Rückschnitt der Wurzeln zur Anregung neuer Wurzelbildung
Kronenschnitt: Einkürzen der Kronentriebe zum Herstellen eines Gleichgewichtes von Kronen- und Wurzelvolumen, Entfernen von Konkurrenztrieben und Zwieseln als erste Maßnahme der Kronenerziehung
Anbinden des Baumes mit Bindematerial aus Kokosfaser zur Erhöhung der Standsicherheit und Förderung der Wurzelbildung
Ausrichtung des Pfahls nach Westen, der Hauptwindrichtung
Anbringen einer Maschendrahthose bis zu einer Höhe von 130 cm zum Schutz vor Wildverbiß
Startdüngung mit einem organisch – mineralischem Depotdünger im Pflanzloch

2001

Allgemeines
Das Jahr 2001 war das erste Standjahr. Die Jungbäume entwickelten sich im allgemeinen dem Standort entsprechend gut. Der Ausfall betrug Ende des Jahres 2001 acht Bäume. Ursache dafür waren v.a. Bodenverdichtungen und Staunässe. Die ausgefallenen Bäume wurden ersetzt. Einige Bäume, die nur kümmerliches Wachstum zeigten oder starke, durch Rabenkrähen verursachte, Kronenschäden aufwiesen, wurden ebenfalls ersetzt. Im Vorfeld hatten wir neben der Pflanzung des Sortengartens eine Ersatzpflanzung angelegt; in der für jede Sorte ein Baum vorrätig gehalten wurde. Aus dieser Ersatzpflanzung konnten wir die ausgefallenen Bäume ersetzen. An Stellen mit Bodenverdichtungen wurden Zwetschen gepflanzt, die sich gegenüber Staunässe unempfindlicher zeigen.

Im März erfolgte der weitere Teil des Pflanzschnittes mit Einkürzen der Triebe auf Saftwage.

Zum Offenhalten der Baumscheibe wurde eine Herbizidspritzung durchgeführt.

Rabenkrähen
Ein „Schädling“ bereitete bereits im ersten Standjahr ernsthafte Schwierigkeiten: Rabenkrähen. Die in Scharen auftretenden Vögel schädigten die jungen Bäume indem sie im Anflug auf die Kronen Zweige aus- oder abbrachen und zudem die Zweigrinde durch Schnabelhiebe verletzten. Die Schäden an den Leitrieben war so stark, dass dieser an fast allen Bäumen abstarb. Um die Entstehung von Hohlkronen zu vermeiden und eine Pyramidenkrone zu erzielen, mußte im darauffolgendem März ein starker Rückschnitt mit Bildung eines neuen Mitteltriebes durchgeführt werden.

2002

Allgemeines
Schnittmaßnahmen
Nährstoffversorgung und Unkrautbekämpfung
Feldmäuse
Blattläuse

Rabenkrähen
Tabelle
Pflegemaßnahmen 2002


Allgemeines
Das Jahr 2002 war das zweite Standjahr. Der Schwerpunkt der pflanzenbaulichen Betreuung lag in diesem Jahr neben der Pflege und Überwachung

der Bäume auf der Bekämpfung bzw. Abwehr von Feldmäusen, Rabenkrähen und Blattläusen. Die meisten Bäume waren gut angewachsen und zeigten kräftige, deutlich größere Triebzuwächse als im Vorjahr. Für den guten Triebzuwachs waren vor allem folgende Gründe anzuführen:

ein sehr starker Rückschnitt vor Beginn der Vegetationsperiode
gute Wurzelbildung und Anwachsen der Bäume im Jahr 2001
Gute Nährstoffversorgung der Jungbäume durch Düngung mit Stallmist im April 2002
Offenhalten der Baumscheiben während der gesamten Vegetationsperiode

Schnittmaßnahmen
Als Maßnahmen zum Kronenaufbau wurde im März 2002 ein weiterer Korrekturschnitt durchgeführt. Die Triebe wurden sehr stark eingekürzt, um sicherzustellen, dass sich Mittel- und Seitentriebe in einem angemessenen Verhältnis zueinander entwickeln. Die Förderung eines neuen Mitteltriebes war das Hauptproblem, da dieser im Vorjahr an fast allen Bäumen durch den Ansitz von Rabenkrähen zerstört worden war.

Zur Sicherung der neuen Mitteltriebe wurden diese im Sommer mit Bambusstäben gestäbt und somit geschützt. Teilweise wurde ein Sommerschnitt vorgenommen, bei dem Konkurrenztriebe und nach innen wachsende Triebe entfernt wurden. Dieser Sommerschnitt mußte mit großer Vorsicht durchgeführt werden, da die Rabenkrähen eine ständige Bedrohung darstellten und weitere Schäden im Kronenbereich zu befürchten waren. Ein konsequenter Sommerschnitt zum Kronenaufbau war deshalb nicht möglich.

Im Spätsommer wurde ein Teil der Bäume durch Feldmäuse geschädigt. Durch Abnagen der Rinde im Wurzelhalsbereich wurde der Stofftransport in der Pflanze unterbrochen. Noch im Sommer wurden an den betroffenen Bäumen daraufhin teilweise mehr Äste als üblich entfernt, um ein neues Gleichgewicht der Stoffwechselvorgänge zu ermöglichen.

Nährstoffversorgung und Unkrautbekämpfung
Anfang April wurden auf der Fläche sechs Bodenproben entnommen. Es wurden die Nährstoffanteile für die Oberschicht (0-30 cm) und die Unterschicht (30-60 cm) untersucht. Sowohl die Werte für verfügbaren Stickstoff (Nmin) als auch für die anderen Hauptnährstoffewaren auf der Fläche nicht einheitlich.

Die pH Werte lagen zwischen 5,5 und 5,98.
Die Nmin Werte (0-30 cm) lagen zwischen 18 und 34 kg N / ha. Der Durchschnitt lag bei 27 kg N / ha.
Insbesondere die Werte für Phosphor und Kali lagen unter den anzustrebenden Bodenwerten. Die Werte für Bor lagen etwas unter den empfohlenen Bodengehalten.

Empfohlen wurde eine Kalkung und die Düngung von Phosphor, Kali und Magnesium.

Mitte April wurden die Bäume mit einer Gabe Stallmist versorgt, der später rund um die Baumscheibe eingefräst wurde. Gegen Ende der Vegetationsperiode wurde der Mist vom Baum weg- und breit gezogen, um Mäusen keine Unterschlupfgelegenheit zu geben.

Feldmäuse
Das Aufkommen von Feldmäusen im Streuobst - Landessortengarten Ellern war und ist sehr hoch. Am besten sichtbar war diese Tatsache nach dem Schmelzen der Schneedecke im Januar 2002, als eine Vielzahl von Mauselöchern und Feldmausgängen, die direkt unter der Schneedecke verliefen, sichtbar wurde.

Während des Winters traten Schäden durch Abnagen der Rinde im unteren Stammbereich auf und auch im September 2002 wurden unerwartet zum Teil starke Schäden verursacht. Ca. 15 % der Bäume waren davon betroffen. Die abgenagten Bereiche wurden mit Baumwachs verstrichen. Trotzdem starben einige Bäume in Folge der starken Verletzungen ab.

Als Reaktion auf die Schäden im Spätsommer wurden im September und Oktober erneut Maßnahmen zur Bekämpfung der Feldmäuse durchgeführt. Eingesetzt wurde ein Feldmausköder, der als Granulat insbesondere auf Befallsnester und in den unmittelbaren Bereich der Baumscheibe gestreut wurde.

Blattläuse
Ende Mai trat die Mehlige Apfelblattlaus auf. Die Läuse saßen unter den Blättern und an den Trieben und waren an fast allen Bäumen zu beobachten. Ihr Auftreten führt in der Regel zu starken Wachstumsdepressionen. Deshalb wurden sie mit Hilfe eines Insektizides bekämpft.

Rabenkrähen
Ende Mai wurde auf der Fläche die erste Mahd durchgeführt. Damit wurde die Fläche wieder für Krähen attraktiv. Zur Abschreckung der Krähen wurden Krähenschrecken angebracht, die allerdings keine Wirkung zeigten. Als erfolgreicher erwies sich danach das Anbringen von Dachlatten an den Baumpfählen. Zuerst wurden sie an etwa jedem dritten Baum befestigt. Man konnte beobachten, dass Krähen auf den Latten saßen. Dennoch wurden innerhalb kurzer Zeit wieder viele Bäume geschädigt. Wie im Vorjahr fiel vor allem der Mitteltrieb den Krähen zum Opfer. Deshalb wurden an jedem einzelnen Baumpfahl Dachlatten angebracht. Später versuchten wir die Krähen mit Schallanlagen, wie sie auch in Weinbergsanlagen zur Vertreibung von Vögeln verwendet werden, abzuschrecken. Sie zeigten auch im Sortengarten eine abschreckende Wirkung. Allerdings wurden sie durch Vandalismus zerstört und später gestohlen.

Als weiterer Versuch der Abwehr wurde Kontakt mit dem zuständigem Jäger aufgenommen. Nach den Vorschriften in Rheinland-Pfalz ist eine Bejagung von Krähen erst ab August zugelassen. Der Jagdpächter ging der Bitte nach und schoß vereinzelt Krähen, was ebenfalls zur Abschreckung der Vögel beitrug.

Tabelle Pflegemaßnahmen 2002

2003

Allgemeines
Tabelle Pflegemaßnahmen 2003

Allgemeines
Das Jahr 2003 war das dritte Standjahr. Trotz des trockenen Sommers gab es kräftige Triebzuwächse. Überraschungen durch das plötzliche Auftreten von Schädlingen, wie im Vorjahr der unerwartete Befall durch Feldmäuse, gab es in diesem Jahr nicht. In diesem Sinn war es ein ganz normales Jahr, mit ganz normalen Pflegearbeiten und einer gewissen Routine durch die Erfahrungen der Vorjahre.

Als Schädlinge traten die uns schon bekannten Feldmäuse, Blattläuse und Rabenkrähen auf. Bei Bedarf wurden Pflanzenschutzmaßnahmen gegen sie unternommen. Rabenkrähen wurden weiterhin vom Jagdpächter geschossen. Ebenso wurde die Baumscheibe kontinuierlich offen gehalten.


Eine aus der Reihe fallende Pflegemaßnahme war das Einkürzen der Baumpfähle. Diese waren ursprünglich zu lang gewesen, so dass Zweige der ab 1,80 m beginnenden Krone am Pfahl scheuerten und entsprechend verletzt wurden. Die Baumpfähle wurden 2003 auf eine Höhe unterhalb von 1,80 m gesetzt.