Zukunft
 
Die genetische Vielfalt von Obstsorten entstand in der Folge züchterischer Ziele. Die Obstsortenvielfalt um der Vielfalt willen war jedoch niemals ein ausschlaggebendes Ziel der Pflanzenzüchtung. Heute stehen wir vor der Frage, was machen wir mit dem Erbe der genetischen Vielfalt der Obstsorten, so weit von diesem Erbe noch was da ist.

Der Erhalt von Obstsortenvielfalt ist weiterhin für Züchtungszwecke von Bedeutung. Deswegen ist der Erhalt von Sorten eine staatliche Aufgabe, welche im Obstbau seit dem Jahr 2003 bundesweit vom Institut für Obstzüchtung Dresden Pillnitz, einem Teil der Bundesanstalt für Züchtungsforschung (BAZ), übernommen wurde. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Pflege und Weiterführung der ehemaligen Genbank Obst in Dresden-Pillnitz, die eine Sammlung von 1019 Apfelsorten einschliesst.

Neben der derzeitigen bundesweiten Regelung zum Erhalt von Obstsortenvielfalt, die den Erhalt genetischer Ressourcen vor allem für Züchtungszwecke betreibt, bleibt die Frage nach dem Erhalt und der Nutzung regionaler Obstsortenvielfalt.

Die regionale Sortenvielfalt ist wichtiger Bestandteil regionaler Tradition und damit regionaler, ländlicher Identität. Wenn wir über regionale Sortenvielfalt nachdenken, steht weniger der Erhalt in der Tradition der Züchtung im Mittelpunkt als die Frage nach der Gestaltung ländlicher Räume.

Für Rheinland-Pfalz gibt es zur Zeit kein Konzept, wie regionale Sortenvielfalt und regionale Besonderheiten zum Vorteil für die Regionen erhalten und genutzt werden können.

Der Streuobst-Landessortengarten Ellern vereint Apfelsorten aus vielen Regionen in Rheinland-Pfalz. Als vom Land begonnenes Projekt wird er eine Einmaligkeit bleiben, da für solche Zwecke keine Mittel zur Verfügung stehen. Die Frage, wie zahlreiche andere regionale Apfelsorten, Birnensorten, Kirschsorten u. s. w. erhalten werden können, ist noch zu beantworten.

Der Streuobst - Landessortengarten kann nur dank der Vollfinanzierung durch die Stiftung Stoll VITA in Waldshut betrieben werden. Mittelfristig, wenn Pflegeaufwand und Ertrag sich die Waage halten, wird die Anlage in freie Trägerschaft übergeben. Solange wir den Sortengarten weiterführen, hoffen wir, dass er sich zu einer zentralen Schnittstelle für an Streuobst Interessierte entwickeln wird. Wir laden Sie herzlich ein, uns Ihre Vorschläge, Anregungen und Ideen mitzuteilen und aktiv in dem Projekt mitzuarbeiten.