Apfelentnahme
Rückschnitt
Neuaustrieb
Reiser
Okulation
Okulation

Umsetzung
 

Die Idee zu einem Sortengarten war geboren, doch die Umsetzung war nicht einfach. Das betraf vor allem die Beschaffung einer geeigneten, zusammenhängenden Fläche von 3 – 4 ha.

1996 konnte über das Flurbereinigungsverfahren „Ellerner Berg“, das im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 50, erfolgte, eine Fläche für den Sortengarten bereitgestellt werden. Dabei handelte es sich um zwei zusammenhängende Teilflächen in der Gemarkung Ellern mit einer Gesamtgröße von 3,38 Hektar. Das Kulturamt Simmern, jetzt zugehörig zum Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Reinhessen - Nahe - Hunsrück, führte die Flurbereinigung durch und half später bei weiteren Vorbereitungen zur Anlage des Sortengartens.

Nachdem die Fläche gefunden war, galt es, sich der Sortenwahl und Sortenbeschaffung anzunehmen. Das Problem war das Auffinden seltener oder gar verschollener Sorten. Dabei einigte man sich in der Fachgruppe Streuobst Rheinland-Pfalz zunächst auf Apfelsorten.

Ab 1996 trat die LPP mit landesweiten Aufrufen an alle landwirtschaftlichen Dienststellen, Kulturämter, FUL-Beratern und Biotopbetreuern mit der Bitte heran, Standorte mit Streuobstbäumen zu benennen, an denen seltene Apfelsorten vorkommen. Ebenso wurden verschiedene Baumschulen und Keltereien in gleicher Weise angesprochen. Die Resonanz war groß, da das Projekt rasch bekannt wurde.
Viele Hinweise und Hilfe kam auch von Privatpersonen und Ehrenamtlichen der verschiedenen Umwelt- und Streuobstinitativen.

Über Werkverträge und befristete Arbeitsverträge konnte den Meldungen nachgegangen werden. Wo es möglich war, wurde gleichzeitig eine Sortenbestimmung vorgenommen.

Im Winter 1996/1997 wurden die ausgesuchten Streuobstbäume zwecks Reisergewinnung geschnitten. Im darauffolgenden Sommer wurden die Reiser den ausgesuchten Bäumen entnommen, die dann in der Vertragsbaumschule auf der Unterlage „Bittenfelder Sämling“ veredelt wurden. Die Anzucht von der Veredlung im Sommer 1997 bis zur Pflanzung als Obstbaumhochstamm im Jahr 2000 dauerte drei Jahre.

Im Dezember 2000 wurden 105 Apfelsorten zu je zwei Bäumen auf der Fläche in Ellern gepflanzt. Zusätzlich wurde von jeder Sorte ein weiterer Baum als Ersatz mit engerem Abstand an anderer Stelle auf dieser Fläche gepflanzt.

Im Herbst 2001 erfolgten die Nachpflanzungen ausgefallener Bäume. Die Pflanzungen mit den Ersatzbäumen wurden aufgelöst. Dadurch wurde Platz geschaffen für 6 weitere Apfelsorten zu je zwei Bäumen, die aus einer späteren Erfassung stammten.

Am Freitag, den 11. Oktober 2002 erfolgte die Eröffnung des Streuobst-Landessortengartens Ellern. Die Festveranstaltung wurde in einem Zelt auf der Streuobstfläche durchgeführt.

Prof. Dr. Dr. Kahnt Landrat Fleck Dr. Wagner
     
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