Hintergrund
 
Bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts dienten Hochstamm - Obstbäume vorrangig der Eigenversorgung der Stadt- und Landbevölkerung mit Obst. Streuobstwiesen prägten als wichtiger Bestandteil die hiesige Kulturlandschaft. Hochstamm – Obstbäume in einer Vielzahl von Arten und Sorten waren selbstverständlich für ländliche Gegenden. Das Wissen um Sorteneigenschaften sowie zur Verwendung der Sorten war weit verbreitet.

Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Großteil der Streuobstwiesen gerodet. Mit dem Verlust der Obstbäume ging auch das alltägliche Wissen zur Anbauform Obstbaumhochstamm und zu den bis dahin verwendeten Sorten verloren. 

Ursachen für den extremen Rückgang von Streuobst sind:

Wandel einer traditionell extensiven Streuobstproduktion in eine intensive Produktionsform des Erwerbsobstbaus und damit Bedeutungsverlust für Streuobst
Etablierung neuer Kulturformen (Spindelbusch, Pillar- und Drahtrahmenerziehung) und Verwendung neuer, marktgerechter Sorten im intensiven Erwerbsobstbau
Einführung der EU - Handelsklassenverordnung
Umstrukturierung in der Landwirtschaft durchFlurbereinigungen, Strassenausbau, Städteerweiterungen und damit einhergehende Rodungen
Rodeprämien der EU und großflächige Rodungen von Streuobstbeständen in den 50 zigern und 60 ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts

Die ehemalige Struktur von Streuobstwiesen in Rheinland-Pfalz ist nur teilweise erhalten geblieben. Wieviel verloren ging und wieviel erhalten blieb ist von Region zu Region verschieden. Die früher weit verbreiteten und bewährten alten und regionalen Sorten sind jedoch landesweit in ihrer Existenz gefährdet.

Im Streuobst – Landessortengarten Ellern wurden alte und regionale Apfelsorten aufgepflanzt und gesichert. Damit ist dieses Projekt auf lokaler Ebene Teil der Bemühungen um den Erhalt biologischer Vielfalt.