Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung
Teilprogramm: "Erhaltung, Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen

Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes wollen das Biotopsicherungsprogramm "Streuobstwiesen“ und dessen Nachfolger im "Förderungsprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL)“ einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um die biologisch-ökologische und landschaftliche Vielfalt zu erhalten und zu erhöhen. Extensivierung und Pflege von Bestandsflächen sollen auf der Basis von freiwillig geschlossenen Verträgen zwischen der jeweiligen Kreisverwaltung und dem Nutzer (Pächter/Eigentümer) sichergestellt werden. Für die Einhaltung einschränkender Nutzungsauflagen erhält der Bewirtschafter einen Erschwernisausgleich. Durch extensive Mahd oder Beweidung und Baumpflege, Unterlassen des Einsatzes von Dünger und Bioziden sowie durch das ebenfalls finanziell geförderte Nachpflanzen von Obstbäumen sollen die Streuobstflächen erhalten, entwickelt und ihre Lebensgemeinschaft geschützt werden.

Für die fachliche Beratung der Antragsteller und Interessenten steht vor Ort ein 24-köpfiges FUL-Beraterteam zur Verfügung. Die konkrete Antragstellung erfolgt bei der zuständigen Kreisverwaltung. Ob aktuell eine Förderung nach FUL möglich ist, dazu erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Kreisverwaltung.

Auf den Flächen soll ein Obstbaumbestand zwischen 35 und 60 Bäumen pro ha (auf nord­exponierten Flächen zwischen 25 und 35 Bäumen pro ha) durch Pflanzungen erreicht werden. Bei Neuanlagen sollen regional typische, angepasste Hochstamm- und Wildobstarten verwendet werden. Die Bäume müssen nach der Pflanzung eine Stammhöhe von mindestens 1,60 m aufweisen. Der Anteil einer Obstart darf bei Neupflanzung 85 v.H. der gesamten Baumzahl nicht übersteigen. Der Apfelanteil muss in jeder Anlage mindestens 5 v.H. betragen.

Die Bäume sind regelmäßig zu pflegen (Erziehungs- und Instandhaltungsschnitt). Einige Totholzäste können belassen werden. Bei Altbestände kann für einzelne Bäume ein Sanierungsschnitt zur Instandsetzung vereinbart werden.

Abgestorbene Bäume können nur mit Genehmigung der Bewilligungsbehörde entfernt werden und sind binnen eines Jahres durch Nachpflanzungen zu ersetzen. Ast- und Stammholz muss in Bestandsnähe gelagert werden, um die Entwicklung holzgebundener Insekten zu ermöglichen

Eine Düngung der Fläche darf nicht erfolgen. Bei neu gepflanzte Bäume ist eine Düngung im Baumscheibenbereich mit Festmist und Kompost bis einschließlich des vierten Jahres nach der Pflanzung möglich.

Chem.-synthetische Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt. Brennesselsud, Seifenlauge, Bt-Präparate, Vergällungsmittel, Pheromonfallen und Leimringe oder vergleichbare Produkte können eingesetzt werden.

Der Untergrund der Anlage ist als Grünland zu nutzen. In der Zeit vom 1. November bis zum 15. Juni des jeweiligen Folgejahres darf die Fläche nicht gemäht und vom 15. November bis zum 1. Juni des Folgejahres nicht beweidet werden. Für Gebiete über 400 m Höhenlage liegen die jährlichen Nutzungstermine 14 Tage später. Gestattet ist die ganzjährige Ausübung der Hütehaltung mit Schafen und Ziegen. Die Beweidung darf mit max. 1 RGV/ha im Durchschnitt des Jahres erfolgen.

Bei Beweidung müssen die Bäume durch einen geeigneten Schutz gegen Tritt und Verbis gesichert werden. Bei Beweidung mit Pferden und Rindern bedeutet das eine Absperrung von mindestens 2 m Durchmesser, um Verbiss und Bodenverdichtung im stammnahen Wurzelbereich zu verhindern.

Pro nachgepflanztem Hochstammobstbaum erhält der Flächennutzer einmalig 30,78 Euro . Ein Sanierungsschnitt kann pro Baum mit 25,56 Euro gefördert werden. Der Erschwernisausgleich für einen Hektar Streuobstwiese beträgt jährlich 306,78 Euro (Pauschalbetrag).

Auf der Fläche können mit Genehmigung der Bewilligungsbehörde weitere ökologisch wertvolle Maßnahmen zu Beginn des Verpflichtungszeitraumes ergriffen werden. Dazu zählen das Pflanzen von Sträucher und Hecken sowie das Anlegen von Lesesteinhaufen und –riegel. Diese Sonderstrukturen sind in geeigneter Weise zu sichern. Im Rahmen der dafür verfügbaren Haushaltsmittel können Sträucher mit 6,14 Euro/Stück und Lesesteinhaufen und –riegel mit 25,56 Euro gefördert werden.